Bauanleitung: Portalkran selber bauen

Marcus Zimpel, Gewinner unseres „Zeig, was Du kannst“- Gewinnspiels von März, erklärt:
„Der Portalkran kann prinzipiell beliebig hoch und breit gebaut werden. Beachte: Je größer der Kran, desto stabiler muss er sein. Ebenfalls das Gewicht, das er später tragen soll, spielt beim Bau eine wichtige Rolle.“ In der folgenden Anleitung beschreibt Zimpel den Bau seines persönlichen Krans.

Wichtig: Wenn Du selbst kein Profi bist, ziehe einen Fachmann hinzu, denn:  Alle Arbeiten am und rund um den Kran, wie z.B. Statik, Schweißarbeiten, Konstruktionsplan und Aufbau, müssen fachgerecht ausgeführt werden, da ansonsten Gefährdungen und ggf. Verletzungsgefahr bestehen!
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WAS BRAUCHE ICH?

(Bis auf die Rollen, sind alle Materialien mit unserem Online-Shop verlinkt!)

– 1x Stahlträger (z.B. HEA 100) (Dimensionierung des Trägers der Länge des Krans anpassen. Je länger der Träger desto stabiler muss er sein)

– je 2x Vierkantrohr für Stützen und Fuß (z.B 80×80 oder 100×100) (Je höher der Kran wird desto breiter muss der Fuß dimensioniert werden)

– 4x Rundrohr zur Stabilisierung von Stütze zu Fuß (z.B. 1 1/4“) (Länge und Winkel der Gehrung müssen berechnet werden)

Stahlblech (z.B. 6mm oder 8mm, 1x1m am Stück zum Zuschneiden, dient als Knotenblech an dem Verbindungsbereich zwischen Träger und Stütze und zum Verschließen der Öffnungen des Fußes (hier genügt dünneres Blech). Ebenfalls erforderlich falls die Rundrohrstabilisierung geschraubt werden soll (alternativ: Schweißen). Auch als Verbindung von Träger-Stütze und Stütze-Fuß notwendig.)

– ca. 8x Gewindestangen (Erforderlich, falls die Rundrohrstabilisierung geschraubt werden soll (z.B. M14) und für die Verbindung von Träger-Stütze (z.B. M16). Ebenfalls erforderlich, falls die Tragkraft des Krans die Tragkraft der Rollen überschreitet.) Beachte: Rollen mit hoher Tragkraft >1000kg sind teuer! (–> dient dann zur Entlastung der Rollen).

– 4x Rollen (Tragkraft beachten!)

Schrauben / Unterlegscheiben / Muttern

UND WIE GEHT DAS?

Die Bohrarbeiten von Verbindungselement Stütze-Fuß und Träger-Stütze sollten präzise durchgeführt werden, damit die Gewindestangen bei der Montage ohne Gewalt eingesetzt werden können.

Bau der Stützen: Der obere Teil wird so ausgeführt, dass die Stützen in Bezug auf den Träger stufenlos verstellbar sind.
Dazu 2×2 Stahlplatten rechteckig zuschneiden. Die Maße sind abhängig von der Breite des Trägers sowie der Dimensionierung des Knotenblechs, die wiederrum abhängig ist von der Länge des Trägers.
Je zwei von den Rechteckelementen sollten fluchtende Bohrungen (6 Stück) besitzen, damit der Träger ohne Probleme mit der Stütze verbunden werden kann. Die Kanten sollten entgratet werden, damit eine Verletzungsgefahr bei der Montage vermindert wird.
Ein Rechteckelement (Stütze) auf das Vierkantrohr schweißen, danach die Knotenbleche. Damit wäre der obere Teil des Trägers fertig.

Der untere Teil, also die Verbindung zwischen Stütze und Fuß, ist weniger aufwändig, jedoch sollten die Bohrungen wieder präzise gebohrt werden. (Alternativ kann auch geschweißt werden, dann ist der Kran aber nicht zerlegbar).

Bau der Füße: Mittig sollten 4 Löcher, gleich zu denen des Verbindungselementes der Stütze, gebohrt werden. Ebenfalls auf der Oberseite, die Löcher für die Rundrohrstabilisierung. Die Muttern habe ich von innen angeschweißt. Auf der Unterseite wieder je 4 Löcher für die Rollen. Die Muttern sind hier ebenfalls wieder angeschweißt. Wenn von Innen alle Schweißarbeiten durchgeführt sind, können die Enden der Füße verschlossen werden. Ich habe dazu ein 2mm Blech angeschweißt.

Bau der Rundrohrstabilisierung: Beide Enden auf Gehrung schneiden. Winkel müssen berechnet werden. Wenn der Kran zerlegbar sein soll, Stahlplatten mit 4 Löchern versehen und anschweißen.

Profi-Tipp: Ist alles fertig, können die Teile lackiert werden. Dazu die Fettschicht des Stahls entfernen, die Oberfläche mit Schleifpapier anrauen und bevor der Lack hinzukommt, gründlich reinigen. Hierzu empfiehlt sich Silikonentferner.  Nun grundieren mit einer 2K-EP-Grundierung und als Deckschicht ist ein 2K-PUR-Lack möglich (Datenblatt des Herstellers beachten).
Jetzt ist er fertig zur Montage!

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