DIY-Idee: Pendelleuchte aus Beton & Kupfer – Marke Eigenbau

Begeisterte Heimwerker sind immer auf der Suche nach einem neuen Projekt. Bei der Recherche nach einer neuen Deckenlampe stieß ich bei Pinterest auf eine schöne Designer-Lampe. Die verwendeten Materialien Metall und Beton gefielen mir in Kombination besonders gut.

Natürlich gab es eine ähnliche Lampe auch fertig zu kaufen. Zum einen schreckte mich der hohe Preis ab. Gleichzeitig packte mich der Ehrgeiz, die Lampe in Eigenregie zu bauen. Der Vorteil beim Eigenbau ist, das sich nicht an die vorgegebenen Optionen und Maße gebunden bin, sondern frei wählen kann. Daher habe ich mir zuerst überlegt, welche Maße die Lampe haben soll, wie sie aufgehängt werden soll und welche Materialien ich kombinieren möchte. Ich entschied mich für die Kombination von Kupfer und Beton.

Für die Ausführung brauchte ich neben dem Support von unserem ProKilo®-Team auch Hilfe in Sachen Elektrik. Zum Glück wurde ich in der Nachbarschaft fündig. Schon konnte das Projekt beginnen. Nach der ersten groben Skizze ging es in die detaillierte Planung und schon konnte die Umsetzung starten.

Zunächst musste eine Schalung für den Betonblock erstellt werden. Dazu verwendeten wir MDF-Platten. Den Beton gab es im Baumarkt um die Ecke. Für den Betonblock in unseren Maßen haben wir ca. 6,5–7 kg Beton benötigt. Bereits vor dem Gießen des Betonblocks muss daran gedacht werden, wie die Lampe aufgehängt werden soll und an welcher Stelle das Anschlusskabel durchgeführt werden soll. Für die Durchführung des Stromkabels haben wir eine Hülse in die Schalung gebaut. Bevor der Beton in die Schalung gegeben wird, ist es wichtig, diese vorzubehandeln, damit sich der fertige Betonblock nach dem Trocknen auslösen lässt. Dazu haben wir gewöhnliches Sonnenblumenöl aufgetragen. Beim Befüllen mit dem Beton ist es wichtig, die Füllmasse immer wieder z. B. mit einer Holzlatte zu stampfen, damit möglichst keine Luftblasen im Beton entstehen. Nachdem die Schalung gut zur Hälfte befüllt ist, können die Drahtseile für die Aufhängung eingebaut werden. Damit es später nicht zu einem Bruch des Blockskommt, haben wir kleine Metallstäbe als Zugentlastung eingebaut. Gleichzeitig haben wir zwei Rundprofile aus Stahl mit 10 mm Durchmesser in den Beton eingearbeitet, um die Stabilität zu erhöhen. Anschließend wird die Schalung weiter befüllt. Zum Schluss wird mit einem Holzstab oder einem Aluminium-Vierkantprofil noch ein Platzhalter für den späteren Verlauf der Anschlusskabel freigehalten.

Die Schalung für unseren Betonblock.
Zwischenschritt: Seilsystem und Rundprofile einbauen.
Auf eine absolut glatte Oberfläche achten.

Für das Aushärten des Betonblocks sollten zunächst zwei Tage ausreichen. Dann kann die Schalung vorsichtig gelöst werden. Nun kann es je nach Außentemperatur ratsam sein, den Block noch weiter trocknen zu lassen, bevor der Platzhalter für die Verkabelung vorsichtig z. B. mit einem Schraubendreher aus dem Block gelöst wird.

Zwischenzeitlich habe ich mir vom ProKilo®-Team eine Wanne aus 1,5 mm dickem Kupferblech fertigen lassen. In der Mitte der Kupferwanne wurde eine Aussparung für die LED-Leuchtröhre ausgeschnitten. Ideal ist es, die Aussparung mit einem Laser vor dem Kanten ausschneiden zu lassen. Damit nachdem Zusammenbau kein Licht aus den Ecken der Wanne scheint, muss das Kupfer noch gelötet werden. Dazu wird ein geeignetes Flussmittel benötigt, eine Lötlampe und Lötzinn.

Praxis-Tipp: Wer noch kein Kupfer gelötet hat, sollte zunächst an einem Reststück üben, bevor es an die Lampe geht. Vor dem Löten bitte unbedingt die Schutzfolie an den 4 Ecken entfernen. Den Rest der Folie bitte noch auf der Wanne lassen, um diese vor Kratzern zu schützen.

Nach dem Löten ist das Kupfer rund um die Lötstellen angelaufen. Deswegen empfehle ich nach der Fertigstellung der kompletten Lampe das Kupfer zu polieren. Dazu findest Du im Baumarkt, Deines Vertrauens eine geeignete Politur-Paste. Zum Auftragen und Polieren bitte ein Baumwolltuch verwenden, um das Material möglichst schonend zu polieren.

Hier wird mit höchster Konzentration gelötet.

Bei der Auswahl der Lampe war es uns wichtig, dass wir ein schönes warmes Licht als Ergebnis erhalten. Gleichzeitig wollte ich energiesparende LED-Technik verwenden und die Lampe sollte dimmbar sein. Leider ist bei vielen LED-Lampen die Farbwiedergabe noch nicht so schön. Daher ist es wichtig, dass Du auf einen möglichst hohen CRI-Wert achtest.

CRI (Color Rendering Index) bedeutet übersetzt Farbwiedergabeindex und wird mit Ra abgekürzt. Der LED-CRI-Wert beschreibt, wie die Farbwiedergabe einer künstlichen Lichtquelle verglichen mit Sonnenlicht ausfällt. Der Maximalwert liegt bei 100 Ra und bedeutet keinerlei Verfälschung der Farben durch das Licht.

Ra 100–90 = sehr gut
Ra 90–75 = gut
Ra 75–50 = ausreichend
Ra 50–0 = ungenügend

Ra-Werte sind bei sämtlichen Lichtarten zu finden. Einige Beispiele sind Tageslicht (Ra 100), Glühlampen (Ra 99), LED-Leuchten (Ra 97–75) und Leuchtstoffröhren (Ra 97–52).

Praktisches Beispiel

Du bist es von den alten Leuchtmitteln mit Glühfaden gewohnt, die angestrahlten Objekte in ihren natürlichen Farben zu sehen. Bei Leuchtstoffröhren sehen die Farben der beleuchteten Objekte mitunter leicht verfälscht aus. Diese wirken so, als hätte jemand einen grauen Schleier über die Farben gelegt, wodurch diese weniger leuchten. Richtig gut sichtbar wird der Effekt, wenn Du etwa mit einem roten Kleidungsstück in eine Umgebung mit roter Beleuchtung gehst. Hier hebt sich das rote Kleidungsstück gar nicht mehr vom roten Umgebungslicht ab. Gehst Du mit dem roten Kleidungsstück ins Sonnenlicht mit Ra 100, ist die rote Farbe wiederum auffällig.

Nun müssen die verschiedenen Bauteile zusammengefügt und die Elektrik verbaut werden. Zunächst muss das spätere Anschlusskabel durch den Betonblock gezogen werden. Wir haben uns für ein Kabel mit Textilummantelung entschieden. Anschließend müssen die Anschlüsse des Leuchtmittels mit dem Kabel verbunden werden. Dazu empfiehlt es sich, die Kabel miteinander zu verlöten und die Lötstelle mit Schrumpfschläuchen zu schützen. Bevor nun alle Bauteile endgültig zusammengefügt werden ist es sinnvoll, zu testen, ob die Lampe auch funktioniert. Dazu kann ein handelsüblicher Stecker an das Anschlusskabel angeschlossen werden.

Ist der Test erfolgreich, werden nun die Kupferschale und der Betonblock zusammengebaut. Die einfachste und aus meiner Sicht schönste Möglichkeit ist es, die beiden Bauteile zu verkleben. Dies haben wir mit Weicon Speed-Flex gemacht und Schale und Betonblock mit Schraubzwingen aufeinandergepresst. Damit das Metall hierbei nicht beschädigt wird und der Druck verteilt wird, haben wir Holzstücke untergelegt.

Nach etwa einem Tag ist der Kleber so gut durchgehärtet, dass die Lampe nun aufgehängt werden kann. Ich finde das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Kosten waren hierbei im Vergleich zum Kaufpreis recht überschaubar und gleichzeitig konnte ich viel lernen und hatte jede Menge Spaß. Die Lampe lässt sich natürlich auch durch die Verwendung anderer Metalle optisch variieren. Besonders gut geeignet sind zum Beispiel auch COR-TEN oder Messing. Ich wünsche Dir viel Spaß beim Nachbauen!