Blindniete richtig setzen – so schaffst Du feste Verbindungen

Blindniete bieten Dir die Möglichkeit, Bauteile aus verschiedensten Materialien lösbar oder unlösbar miteinander zu verbinden. Der besondere Vorteil dieser Niete besteht darin, dass Du sie an nur einseitig erreichbaren Stellen „blind“ einsetzen kannst. Für eine dauerhafte und sichere Verbindung ist es wichtig, dass das Material, der Durchmesser und die Länge der Niete auf den Werkstoff und die Geometrie der zusammenzufügenden Elemente abgestimmt sind.

Für das Einsetzen der Niete benötigst Du:

Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Blindniet-Varianten wie Senkniete, Flachkopfniete, Einnietmuttern und Einnietbolzen, die Dir eine nahezu unendliche Anwendungsvielfalt ermöglichen. Unabhängig von der jeweiligen Ausführung besteht der Blindniet aus einem hohlen Nietkörper, aus dessen Kopf ein mit einer Sollbruchstelle versehener längerer Dorn herausragt.

Unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung ist auf die Verwendung einer manuellen Nietzange ausgelegt. Bei der Nutzung anderer Nietzangenarten ist das grundlegende Vorgehen identisch.

Schritt für Schritt zur sicheren Niet-Verbindung

1. Schritt: Bohrung setzen

Zunächst zeichnest Du die vorgesehene Nietstelle mithilfe eines Blei- oder Filzstifts an. Dann bereitest Du das Werkstück mit dem Körner und dem Hammer auf das Bohren des Lochs vor. Damit verhinderst Du, dass Dir der Bohrer wegrutscht und unschöne Kratzer auf der Materialoberfläche hinterlässt.

Ist die Nietstelle vorbereitet, bohrst Du das Loch durch die zu fügenden Werkstücke. Im Idealfall sollte der Durchmesser der Bohrung 0,1 mm größer sein als der Durchmesser des Niets. Für die Verbindung von Metallblechen benötigst Du einen entsprechenden Metallbohrer.

2. Schritt: Blindniet in Werkstück einsetzen

Stecke den Niet in das gebohrte Loch. Achte darauf, dass die Werkstücke dabei bündig aufeinander liegenbleiben und nicht verrutschen. Der Niet sollte etwa einen Nietdurchmesser weit aus der Rückseite des hintenliegenden Fügeteils herausragen.

Vergewissere Dich, dass auf der Blindnietzange das korrekte Mundstück aufgeschraubt ist. Öffne die Griffsicherung der Zange und lass den Hebel in die hintere (offene) Position gleiten. Setze die Zange nun so auf den Blindniet auf, dass dessen Dorn komplett in das Mundstück hineinrutscht.

3. Schritt: Niet setzen

Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, drückst Du den Zangenkopf auf den Niet und presst den Nietsetzkopf möglichst fest auf die Nietfläche. Nun drückst Du die Griffe der Blindnietzange zusammen. Durch die Bewegung der Spannbacken wird die vordere Verdickung des Nietdorns in die Niethülse gezogen. Das führt zu einer Stauchung und zur Aufweitung des Niets innerhalb und hinter der Bohrung.

Zunächst wird der hohle Nietkörper durch die Stauchung verkürzt, wodurch sich sein Durchmesser vergrößert. Zum Ende dieser Phase füllt der Niet die Bohrung vollständig aus. Sobald er sich nicht weiter im Durchmesser ausdehnen kann, bildet sich hinter der Bohrung eine deutliche Ausweitung, die dafür sorgt, dass der Niet nicht mehr nach vorn herausrutschen kann.

Damit der Niet am Ende richtig fest sitzt, musst Du den Vorgang wiederholen, bis der Nietdorn seine Sollbruchstelle erreicht hat und abreißt. Den nun in der Zange befindlichen abgerissenen Teil des Dorns kannst Du anschließend entsorgen.

Tipps fürdas richtige Setzen von Blindniet-Sonderformen

Neben herkömmlichen Blindnieten gibt es noch einige spezielle Varianten, die zum Teil anders gesetzt werden müssen.

Hammerschlag-Blindniet

Bei dieser Nietform schlägst Du den Dorn ein, um den Niet zu spreizen. Durch das Stauchen wird der Niet dicker, bis er das Nietloch komplett ausfüllt und sich an die Wand des Bohrlochs drückt. Der im Niet verbleibende Dorn verschließt die Öffnung. Achte darauf, die Schläge exakt senkrecht auszuführen, damit sich der Nietschaft nicht krümmt.

Becherniet (Dicht-Blindniet)

Bei dieser Variante besteht der Unterschied zum herkömmlichen Blindniet darin, dass das verdickte Ende des Dorns nicht sichtbar ist, weil der Nietkörper es wie ein Becher vollständig umschließt. Den Becherniet setzt Du mit der Blindnietzange wie oben beschrieben.

Durchziehniet

In dieser Nietausführung hat der Dorn keine Sollbruchstelle, sondern wird mit der Blindnietzange komplett durch die Niethülse gezogen. Der Dorn besitzt einen sechseckigen Kopf und in die Nietaußenfläche ist ein Gewinde eingeprägt. Dadurch kannst Du den Niet bei Bedarf nachträglich mit einem Sechskantschlüssel demontieren.

Stufenblindniet

Hier besteht der hohle Nietkörper aus einem dünnen Bereich, der sich verhält wie ein Blindniet. Zwischen diesem und dem Nietkopf befindet sich ein dickerer Teil, der sich weder staucht noch aufweitet. Zur Anwendung kommen Stufenblindnieten, wenn eines der zu verbindenden Bauteile hohl oder nicht ausreichend hart ist oder eine druckempfindliche Oberfläche besitzt. Auch hierkommt die Blindnietzange zum Einsatz.

Blindniet-Bolzen

Beim Blindniet-Bolzen ist der Nietdorn am Werkzeugende rilliert, um höhere Zugkräfte zu ermöglichen. Ziehst Du den Nietdorn mithilfe der Nietzange, staucht sich das nach vorn herausragende Ende der Niethülse. Wenn die maximale Stauchung erreicht ist, legt sich der Nietkopf ähnlich einem Schließringbolzen um den Nietdorn. Erhöhst Du die Zugspannung noch weiter, bricht der Dorn ab. Der Rest verbleibt unter Spannung in der Niethülse.

Blindnietmuttern und -schrauben

Bei Blindnietmuttern handelt es sich um Hülsen, die an einem Ende einen Kragen und am anderen Ende ein Innengewinde besitzen. Zwischen Gewinde und Kragenweist der Schaft eine geringe Wandstärke auf. Anstelle des Dorns tritt ein Gewindebolzen. Ziehst Du diese an, wölbt sich der dünnwandige Schaft nach außen, wodurch sich die Blindnietmutter im Werkstück verspannt.

Zum Setzen dieser Niete gibt es eine spezielle Blindnietmutter-Hebelzange. Auf deren Gewinde schraubst Du die Blindnietmutter auf. Der Dorn muss am Ende ein kleines Stück herausschauen. Dann setzt Du die Mutter in das vorgebohrte Loch im Werkstück ein und spannst Sie mit der Zange. Es entsteht ein flacher Kragen an der Oberseite des Gewindes, der das Werkstück einspannt und dafür sorgt, dass der Niet absolut fest sitzt.

Bei der Blindnietschraube ersetzt ein fest verbundener Gewindebolzen den Dorn. Das Setzen funktioniert im Prinzip genau so wie bei der Blindnietmutter.